Rough Vocal Effects


In der Complete Vocal Technique werden alle Klänge unterteilt in Modes, Klangfarben, Effekte und darin in Rough Effects. Die anatomische und physiologische Stimmfunktion zeigt genau, wo und wie verschiedene Effekte auf dem jeweiligen Level im Ansatzrohr gebildet werden. Basierend auf diesen Ergebnissen der jüngeren Stimmforschung und den gesammelten Erfahrungswerten aus den Coachings der letzten 15 Jahre entstand eine Guideline mit Techniken und Übungen, um Rough Effects auf gesunde Weise herzustellen. Natürlich gibt es auch Effekt-Mischungen, die häufig zum Stil, zum persönlichen Ausdruck vieler Interpreten gehören, mit dem für sie typischen, eigenwilligen Sound (z.B. Prince, Janis Joplin, Joe Cocker, Tom Waits…).
Die Beispiele unten sind für einen schnellen Überblick bewußt pur und kurz gehalten. Neben der CVT-Bezeichnung stehen in Klammern die unter Sängern/Shoutern gängigen Begriffe.

Rough Vocal Effects geben Stimmen einen individuellen, leidenschaftlichen, oft auch unverwechselbaren Ausdruck. Das hängt stark von der jeweiligen Persönlichkeit ab, dem Energie-Level, von Geschmack und häufig auch vom Musik-Stil/Genre. Effekte müssen zum Sänger passen, damit er als Interpret emotional authentisch wirkt. Und mit ihnen zu arbeiten ist sehr anspruchsvoll. Um Effekte wie Distortion, Grunt (False Cord) oder Creaking (Vocal Fry) zu beherrschen, benötigst du eine stabile technische Basis, bezogen auf:
Atmung & Stütze = Support
Die Einstellung im Ansatzrohr = Setting: Twang, Modes
Kontrolle & Anpassung der Lautstärke und der Klangfarbe
Die korrekte Vokalbildung = Zungenposition,- und aktivität, Mundöffnung
Körpereinsatz & Energielevel.
Für Sänger/Shouter, ob Amateur oder Profi, ist es fundamental wichtig die folgenden Punkte zu beachten:
Immer wieder die Basis etablieren
Einen sicheren Zugriff auf gewünschte Stimm-Modi üben, gerade für lauten Gesang und kraftvolle Shouts
Auf die Klangfarbe achten, sie evtl. anpassen
Über alles eine gute Kontrolle haben und dann, on top, den gewünschten Effekt hinzufügen
Trainieren mit und ohne Effekt singen zu können, damit er nicht unfreiwillig oder zufällig entsteht
Die notwendige Energie haben, um mit Effekten zu üben, bzw. zu performen
Die gesunden Grenzen der Stimme kennen
Regelmässig und bewußt üben. Und lieber in kurzen Einheiten, dafür aber mit Konzentration und Genauigkeit
Wenn etwas unangenehm ist oder weh tut: sofort beenden, es ist ein Zeichen, dass etwas noch nicht korrekt eingestellt wurde
Korrigiere dich und etabliere das richtige Setting = Support, Twang, Mode, Klangfarbe, Vokale, etc.
Kontrolliere Kiefer,- und Mundstellung, Vokalformung und Support-Aktivität über den Spiegel
Bleibe nicht zu statisch: bewege dich, nutze deinen Körper und eine entsprechende Energie ähnlich wie auf der Bühne
Erlaube dir nicht mehr als 3 Fehler hintereinander
Funktioniert eine Technik spürbar gut und entspricht der Sound deinem Wunsch: wiederhole sie mit Genauigkeit mind. 3 mal

Vertraue auf deine Wahrnehmung und „observiere“ dich:
Warum funktioniert es gerade gut und fühlt sich gut an? Oder warum nicht? Was genau hast du in dem Moment gemacht? Was hat dein Körper als Instrument gemacht? Dir dessen gewahr zu sein wird dich spürbar voran bringen. Je sicherer du eine gute Technik in deinem muskulären Gedächtnis verankerst,
umso leichter wird Singen/Shouten mit Effekten. Du erhältst damit deine Stimme gesund, vermeidest Überanstrengung, Heiserkeit und vor allem Stimm-Schäden.
(Siehe auch CVT  im Überblick)

Mehr über CVT und alle Effekte:
Über die Homepage Complete Vocal Institute : mit detaillierten Infos über die Methode, auch in deutscher Sprache
Unter dem Menüpunkt Research : EGG-Videos von allen Modes und Effekten